Freitag, 30. März 2012

Autoreninterview mit Anna Schwarz

Meine heutige Interviewpartnerin hat eine Schwäche für Vampire. Herzlich Willkommen auf Blog Grün, Anna Schwarz.

 













Liebe Anna, ich freue mich sehr, dich in meiner Reihe dabei zu haben. Herzlichen Dank dafür. Wie hat es bei dir denn mit dem Schreiben angefangen? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis? 

Anna: Nein, ein Schlüsselerlebnis gab es nicht. Ich habe sehr früh angefangen zu lesen und für mich waren Bücher und die in ihnen verborgenen Welten etwas so Faszinierendes, dass ich gar nicht anders konnte, als selbst zu schreiben. Das hat sich bis heute nicht geändert. 

Wie stark steckst du in in deinen Themen drin? Kommt es vor, daß dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?

Anna: Oh ja, das kann passieren. Vor allem, wenn ich etwas Neues angefangen habe, kommt es vor, dass ich mitten in der Nacht aufwache, weil ich von einer Szene oder einer Figur geträumt habe und sie sofort aufschreiben muss.

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?

Anna: Bisher gibt es den ersten Teil meiner V-wie-Vampir-Trilogie, der zweite Teil ist fertig, aber noch nicht veröffentlicht. Außerdem eine Anthologie mit ganz gemischten Geschichten, die ich spontan zusammengestellt und als eBook veröffentlicht habe, um mit dem Erlös einem kleinen behinderten Mädchen zu helfen. Der gesamte Erlös geht auf ein extra für sie eingerichtetes Spendenkonto der Deutschen Lebensbrücke.
Nein, ich bin auf kein Genre fixiert, ich kann mir prinzipiell fast alles vorstellen und würde es auch versuchen. Wenn es klappt - gut, wenn nicht - kein Beinbruch.

Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw wie sieht sie aus?

Anna: Leider bis jetzt noch nicht, aber es würde mir bestimmt großen Spaß machen, ein direktes Feedback zu bekommen - auch wenn ich wahrscheinlich höllisches Lampenfieber hätte und ganz sicher grauenhaft stottern würde. 

Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?

Anna: Ich glaube nicht, dass ich das selbst beurteilen kann, da ich meine eigenen Texte nicht mit den Augen eines "Lesers" sehe.

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?

Anna: Könnte ich, wie ich wollte, wäre ich ein Nachtmensch. Da ich aber Vollzeit arbeite, muss ich mich mit einem Kompromiss arrangieren und die Nachtsessions aufs Wochenende verlegen. Da kann es schon vorkommen, dass ich, gerade bei einem neuen Projekt, die ganze Nacht dran sitze. Ich mag vor allem diese besondere Ruhe und Stimmung der ganz frühen Morgenstunden. 

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?

Anna: Das Schreiben selbst ist für mich kein Druck, im Gegenteil! Den Druck mache ich mir selbst bei der Überarbeitung, denn ich bin mein schlimmster und gnadenlosester Kritiker. Deshalb brauche ich auch immer jemanden, der mich darin stoppt, sonst würde ich wahrscheinlich niemals etwas veröffentlichen.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?

Anna: Irgendwo habe ich mal gelesen, dass selbst Bestsellerautoren höchstens als C-Promis durchgehen, insofern glaube ich nicht, dass es wirklich Nachteile hat. Davon träumen - hm, wer tut das nicht ?

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?

Anna: Die Liebe zum geschriebenen Wort, also auch zum Lesen. Es versetzt mich immer wieder in ungläubiges Erstaunen, dass Menschen Bücher schreiben wollen -  und selbst gerade mal eine Handvoll gelesen haben.
Außerdem braucht es Kritikfähigkeit und eine große Portion Gelassenheit und Geduld, um nicht schon in den Anfängen zu verzweifeln.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, daß Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?

Anna: Mir sind schon hier und da ein paar  Exemplare begegnet, die das untermauern würden. Namen nenne ich natürlich keine!
Nein quatsch, ich denke, das ist ein Klischee, das in vielen Köpfen sitzt. Die meisten, die ich bisher kennengelernt habe, waren offene, sympathische und "normale"  Menschen.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem verlag wünschen?

Anna: Ich habe noch nie mit einem Verlag zusammengearbeitet, daher kenne ich weder die Guten noch die Schlechten. Wünschen würde ich mir vor allem, dass er mir das unglaublich zeitaufwendige Marketing abnimmt, das mich von dem abhält, was ich wirklich machen will, nämlich Schreiben.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?

Anna: Ja, eine sehr spannende und interessante Entwicklung, die wir gerade miterleben. Aber auch wenn das eBook in der nächsten Zeit massiv zunehmen wird, glaube ich nicht, dass es das Printbuch ganz vertreiben wird. Ich würde mir wünschen, dass sie ihren Platz neben- und miteinander finden.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?

Anna: Im Moment schreibe ich mit zwei anderen Autoren an einer Anthologie, was mir großen Spaß macht, weil es eine ganz andere Schiene ist und mich entsprechend fordert. Und ich habe den dritten und letzten Teil meiner Vampire angefangen, aber das ist noch ganz im Anfangsstadium.

Liebe Anna, vielen Dank für das spannende Interview.

Und wer jetzt Lust bekommen hat, mehr über Anna Schwarz und ihre Bücher herauszufinden, ist herzlich eingeladen, einen Blick auf ihre Homepage zu werfen. 



Nächsten Freitag im Interview: Bestsellerautor Markus Heitz 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen