Freitag, 23. März 2012

Autoreninterview mit Brigitte Tholen

Liebe Leser,
bevor ich meine heutige Freitagsautorin begrüße möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmern dieser Reihe bedanken. Ich finde es unheimlich interessant, die einzelnen Autoren auf diese Weise etwas näher kennenzulernen. Es ist eine sehr schöne und spannende Interviewreihe geworden, und das habe ich euch zu verdanken. :)


Mein heutiger Gast hat schon in verschiedenen Ländern dieser Erde gelebt. Heute ist sie in Ostfriesland zuhause. Herzlich Willkommen, Brigitte Tholen.



Liebe Brigitte, vielen Dank, daß du in meiner Interviewreihe dabei bist. Wie fing es bei dir mit dem Schreiben an? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis?

Brigitte: Als Kind war mein Wunschtraum, Schauspielerin zu werden;-) Ich habe viel gelesen und irgendwann begann ich, meine eigenen kleinen Geschichten zu schreiben. Während meiner berufliche Tätigkeit in Düsseldorf, später auch im Ausland, habe ich nur noch Notizen gemacht. Erst als ich zur Ruhe kam, begann ich mich ernsthafter mit dem Schreiben zu beschäftigen.

Wie stark steckst du in in deinen Themen drin? Kommt es vor, daß dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?

Brigitte: In meinen Träumen eher nicht, aber bei manchen Szenen beginnt mein Herz zu rasen und meine Hände zu zittern, so dass ich eine kurze Pause einlegen muss,  um mich zu beruhigen. Eine Autorin bei Twitter hat es vor kurzem in meinen Augen sehr gut ausgedrückt. Wenn man in der Geschichte drin ist, hat man das Gefühl, unter Strom zu stehen.

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?

Brigitte: Es gab 2 Kriminalromane von mir. Einen davon gibt es jetzt als eBook „Der Reeder“. Mehrere Kurzgeschichten, die in Anthologien vertreten sind. Alle Texte gehen in Richtung Krimi oder Mystery. Im März wird ein Fantasy Roman als Print für Jugendliche erscheinen. Bei den eBooks sind es aktuell: Schuld, Verrat, Schatten, und der vorher erwähnte Roman „Der Reeder“:

Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw wie sieht sie aus?

Brigitte: Ich habe bereits mehrere Lesungen abgehalten. In Büchereien, Kultur-Häusern, Cafés und eine Lesung auf einem stillgelegten Dampfschiff. Bei 2 Lesungen kombiniert mit einem Sänger. Anschließend  Fragestunde und Bücherverkauf.

Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?
 
Brigitte: Das ist schwer zu sagen, da ich meine Texte nicht gut selber beurteilen kann. Ich schreibe Unterhaltungsliteratur und möchte, dass sich Leser an  meinen Geschichten erfreuen. 


Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?

Brigitte: Ich bin eine Nachteule. Mein Schreiben beginnt eigentlich immer erst gegen 21 Uhr. Dann kann es sein, dass ich bis 1 Uhr durcharbeite. Texte, die eine Deadline haben, überarbeite ich aber oft auch am Tag. Wenn es mit dem Schreiben mal gar nicht so laufen will, finde ich immer eine Ausrede, dass etwas Anderes viel wichtiger ist ;-)

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?

Brigitte: Eigentlich arbeite ich ganz gerne unter Druck. Die Erwartungshaltung der Leser? Ich schreibe meine Texte so, wie ich sie gerne lesen würde. Erst wenn man Feedback von Lesern bekommt, weiß man ja, ob man deren Geschmack getroffen hat. Wenn die Bücher gut verkauft werden, ist dies ein gutes Zeichen dafür.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?

Brigitte: Wenn der Bekanntheitsgrad wächst, gibt es auch viele Neider. Damit muss man lernen umzugehen.
 
Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?

Brigitte: Er sollte lernfähig sein, wenn Kritiken und nicht nur Lob zu seinen Texten kommen. Er sollte ausprobieren und seinen eigenen Stil finden und sich nicht den Stil anderer aufdrücken lassen.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, daß Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?

Brigitte: Nein, finde ich nicht, dass sie eine besondere Spezies sind. Sie haben vom lieben Gott Talent mitbekommen, für die eine oder andere Art des Künstlertums. Es liegt an ihnen das Handwerk zu lernen. Man muss also deshalb kein Genie sein.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem Verlag wünschen?

Brigitte: Der ideale Verlag sieht für mich so aus, dass der Lektor intensiv mit mir an meinen Texten arbeitet. Mein Werk so verkauft, als wäre es sein eigenes.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?

Brigitte: Nun, da hat man in letzter Zeit so viel über den Umbruch im Buchmarkt gelesen. An diesen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen. Für mich ist ein Printbuch ebenso wichtig wie ein eBook. Beide können gut miteinander leben, wenn man sie lässt.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?

Brigitte: Mein nächstes Werk sind wieder Kurzgeschichten mit dem Titel „Verloren“, anschließend eine Print- Anthologie bei der ich Herausgeberin bin (Geschichten über das Moor – Titel steht noch aus). Und das o.a. Buch „Die Kinder von Kadri“. 
Liebe Brigitte, ganz herzlichen Dank für die interessanten Einblicke.

Und wenn Sie, liebe Leser, jetzt Lust bekommen haben, sich näher über Brigitte Tholen und ihre Bücher zu informieren, statten Sie doch ihrer Homepage einen kleinen Besuch ab.
Die direkten Links zu ihren eBooks finden Sie hier:




Nächsten Freitag im Interview: Anna Schwarz

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