Freitag, 6. April 2012

Autoreninterview mit Markus Heitz

Liebe Leser,

während der Osterhase bereits in den Startlöchern steht, alle Welt mit Basteln und Eierfärben beschäftigt ist, gibt es auf Blog Grün auch heute wieder ein Autoreninterview.
Mein heutiger Gast hat in den vergangenen Jahren ganze Welten in seinen Büchern erschaffen. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren und wurde bereits für seinen Debutroman mit dem deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet. Begrüßen Sie mit mir Markus Heitz.

Lieber Markus, ganz herzlichen Dank, daß du dich bereit erklärt hast, meine Fragen zu beantworten. Wo lagen denn bei dir die Anfänge? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis? 

MH: Mit 14 war der Wunsch einfach da. In der 11. Klasse wollte ich Autor werden und bin es über Umwege auch geworden. Alles fügt sich, wenn man nicht verkrampft, die Nerven behält und das Ziel nicht aus den Augen verliert.

Wie stark steckst du in in deinen Themen drin? Kommt es vor, daß dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?

MH: Nein. Ich träume übrigens so gut wie gar nicht, und wenn doch, hat es nichts mit meiner Story zu tun. Ich kann auch einfach vom Schreibtisch aufstehen und die Story verlassen. Darüber bin ich sehr froh.

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?

MH: Aktuell sind es wohl 31 ... überwiegend Horror, SF und Phantastik. Es wird auch eines Tages mal was rein Humoristisches geben. Oder einen Thriller. Wozu sich selbst einschränken?

Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw wie sieht sie aus?

MH: Na ja, ich mache im Jahr ungefähr 40 Veranstaltungen, inklusive Buchmessen und Conventions. Lesungen sind meistens eine Stunde, ich habe vier kleine Szenen, aufgebaut wie in einem Kinotrailer. Die Leute sollen angefixt werden. Danach stehe ich für alle möglichen Fragen zur Verfügung. 

Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?

MH: Keine Ahnung. Da müsste man die Leute fragen, die es lesen. :o)

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?

MH: Jeden Tag wird geschrieben. Schreiben und Kreativität gehören zu meinem Leben, ich unterscheide da nicht. Es geht von der kleinen Idee zu einem Plot zum Buch. Ich plane die Handlungen vorher. 

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?

MH: Ich verspüre glücklicherweise keinen Druck. Ich bin richtig entspannt und habe Spaß an dem, was ich tue. Mein Vorteil ist, dass es genug Menschen gibt, die meine Bücher kaufen und denen es gefällt, ohne dass ich mich verbiegen muss. Ich hoffe, es bleibt lange so. Denn verbiegen kann ich mich nicht.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?

MH: Als Schriftsteller ist das alles noch sehr entspannt.

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?

MH: Die Liebe zum Schreiben. Alles andere nimmt er dann von selbst auf sich.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, daß Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?

MH: Man ist sehr konzentriert auf das, was man tut. Aber als "merkwürdig" betrachte ich mich nicht - mein Hirn arbeitet vielleicht auf manchen Ebenen nur anders.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem verlag wünschen?

MH: Klingt komisch, aber die Verlage, bei denen meine Bücher erscheinen, sind schon ganz in Ordnung. :o)

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?

MH: Dass man sich zuerst ein Buch runterlädt und DANACH das gedruckte Buch für das Regal bestellt, und zwar in der Ausstattung, wie man möchte: Taschenbuch, Hardcover, Schmuckedition. Der Weg wird umgekehrt gegangen.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?

MH: Aktuell an der Überarbeitung des dritten Albae-Bandes DUNKLE PFADE, die im August/ September erscheinen.

Lieber Markus, ganz herzlichen Dank für die interessanten Antworten.
Liebe Leser, weitere Informationen über Markus Heitz und seine Werke finden Sie auf seiner Homepage oder auf seiner Amazon Autorenseite. 



Nächsten Freitag im Interview: Brigitte Chinaka


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