Freitag, 18. Mai 2012

Autoreninterview mit Birgit Kluger

Liebe Leser, meine heutige Freitagsautorin begann bereits vor über zwei Jahrzehnten damit, erste Romane zu Papier zu bringen. Ihre erste Veröffentlichung liegt aber noch gar nicht allzu lange zurück. Inzwischen sind mehrere ihrer Bücher als eBooks erschienen, und ich freue mich sehr, sie heute im Interview zu haben. Begrüßen Sie mit mir Birgit Kluger.


Liebe Birgit, ich freue mich sehr, dich in meiner Reihe dabeizuhaben. Dafür ganz herzlichen Dank. Auf deinem Blog schreibst du, daß du schon vor langer Zeit damit begonnen hast, erste Texte zu verfassen. Wie kam es dazu? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis?

Birgit: Ein Schlüsselerlebnis gab es nicht. Ich habe aber schon als Kind Bücher geradezu verschlungen, irgendwann formte sich dann der Wunsch selbst Geschichten zu schreiben in denen sich der Leser  verlieren kann.

Wie stark steckst du in deinen Themen drin? Kommt es vor, daß dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?

Birgit: Zum Glück schreibe ich meist keine Geschichten, die mir Angst machen würden. Selbst mein Krimi „Trau niemals einem Callboy“ ist eher eine Krimikomödie als ein Thriller in dem Blut spritzt. Bis in meine Träume verfolgt mich die Handlung nicht, aber tagsüber wenn ich Zeit habe, verliere ich mich oft in unterschiedlichen Szenen und Handlungssträngen.

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?

Birgit: Von mir gibt es bisher den Roman „Schau ihr in die Augen“, der von Droemer Knaur verlegt wurde und den Krimi „Trau niemals einem Callboy“, den ich selbst über Amazon herausgebracht habe. Außerdem noch das Dämonenfluch Fantasy-Serial, das ich ebenfalls selbst publiziere. Du siehst also, ich lege mich nicht gerne auf ein Genre fest. :)

Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw wie sieht sie aus?

Birgit: Nein, das habe ich bisher noch nicht getan und werde es wohl auch zukünftig nicht tun. Der Grund dafür ist einfach: ich bin zu nervös. Wahrscheinlich würde ich schon drei Wochen vor der Lesung nicht mehr schlafen können.

Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?

Birgit: Wahrscheinlich, dass ich selbst nie weiß wie die Geschichte weitergehen wird. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die vorher einen genauen Plot konzipieren. Bei mir steht am Anfang eine Idee, die entwickelt sich dann im Laufe des Schreibens weiter. So lange bis daraus entweder ein Buch, eine Geschichte oder in manchen Fällen auch nur ein Fragment entstanden ist.

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?

Birgit: Mit der Disziplin ist das so eine Sache. Oft dauert es ein paar Tage oder Wochen bis ich mich wirklich dazu bringen kann mich hinzusetzen und zu schreiben. Das nervt mich meistens selbst ziemlich, aber mittlerweile akzeptiere ich es. Das Gute daran ist, dass ich die Zeit bis ich endlich anfange, damit nutzen kann verschiedene Versionen, neue Ideen u.ä. im Kopf durchzuspielen.

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?

Birgit: Ich glaube zwar, dass Deadlines notwendig sind, zumindest bei meiner Arbeit als Marktanalystin und Fachautorin würde ich ohne Termine wohl gar nichts zustande bringen. Im kreativen Bereich empfinde ich Termindruck oft aber eher als blockierend. Bei mir kommen Ideen nicht auf Kommando, so dass ich im kreativen Bereich lieber ohne Deadlines arbeiten würde.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?

Birgit: Ich glaube als Autor halten sich die Nachteile in Grenzen, denn man steht ja nicht so im Rampenlicht wie bspw. ein Schauspieler. Mein Traum richtet sich auch nicht so sehr darauf aus, bekannt zu werden. Ich möchte nur viele Bücher verkaufen. :) Es geht mir nicht um meine Person, sondern darum gelesen zu werden und von dieser Arbeit leben zu können.

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?

Birgit: Durchhaltevermögen. Durchhaltevermögen. Durchhaltevermögen.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?

Birgit: Ich glaube schon, dass wir eine besondere Spezies sind, denn irgendwoher müssen die Ideen und kreativen Impulse ja kommen. Vielleicht haben wir nur einfach die Fähigkeit Phantasie von der Wirklichkeit zu trennen.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem Verlag wünschen?

Birgit: Der ideale Verlag hat einen Lektor, der konstruktive Kritik anbringt (in diesem Punkt habe ich bisher wirklich Glück gehabt). Was mir außerdem wichtig ist betrifft die Kommunikation: ich möchte als Autor ernst genommen werden. Dazu gehört auch, dass ich Antworten auf meine Fragen erhalte und mit mir offen kommuniziert wird. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht immer.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?

Birgit: Ich glaube in zehn Jahren wird der Buchmarkt eine enorme Veränderung durchlaufen haben und doch in vielen Bereichen noch so sein wie heute. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass es viele Indie-Autoren geben wird, die erfolgreich sind und es schaffen sich von der großen Masse abzuheben. Ich denke auch, dass die traditionellen Verlagshäuser die Konkurrenz von Amazon sehr stark zu spüren bekommen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Printbuch nicht vom ebook verdrängt, sondern eher ergänzt wird.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?

Birgit: Im Moment arbeite ich gerade an der nächsten Folge meines Dämonenblut Fantasy-Serials. Danach möchte ich ein Buch beenden, das schon seit Jahren auf Seite sechzig stecken geblieben ist. 

Liebe Birgit, ich darf mich ganz herzlich für das interessante Interview bedanken.
Und wer jetzt Lust bekommen hat, mehr über Birgit Kluger und ihre Werke zu erfahren, darf sich gerne einmal auf ihrem Blog umschauen.
Hier gibt es noch die Links zu ihren Ebooks auf Amazon:
Dämonenfluch Fantasy Serial




Nächsten Freitag im Interview: Anja Ollmert

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