Samstag, 22. Dezember 2012

Hilfe - Nur noch zwei Tage bis Weihnachten...

...und Sie wissen immer noch nicht, was Sie verschenken wollen? Ihr Weihnachtsgeld hat sich wie jedes Jahr auf mysteriöse Weise verflüchtigt, und der Chef hat sich geweigert, einen Nachschlag rauszurücken? Und wieder einmal wird pünktlich am 24. die ganze bucklige Verwandschaft vor Ihrer Tür stehen. Keine Sorge, hier finden Sie einige Anregungen, wie Sie auch mit begrenzten Mitteln noch schnell ein paar Überraschungen herbeizaubern können.

Ihnen geht schon seit Jahren auf die Nerven, wie Onkel Hugo die stetig weniger werdenden Haare über die Glatze bürstet? Zeigen Sie Mut zur Veränderung und verschenken Sie ein Toupet. Wenn die Zeit nicht mehr reicht, sich in einem Fachgeschäft nach einem solchen Prachtstück umzuschauen, tut es auch ein selbstgefertigtes Einzelteil. Wie wäre es mit ein paar Fransen von dem häßlichen gelben Teppich der Nachbarin, um den Sie alle zwei Wochen mühsam herumwischen müssen. Verwenden Sie als Vorlage ein Bild von Onkel Hugos Lieblingsprominentem und versuchen Sie, die Fransen mittels Flüssigkleber formschön anzuordnen. Ob Heino oder Justin Bieber, mit ein wenig Fingerspitzengefühl bleiben keine Wünsche offen. Für die Julia Roberts-Vatiante empfiehlt es sich, die Teppichfransen vorher eine Weile in Henna zu baden.

Auch Großtante Hildegard hat sich mal wieder angemeldet? Oh weh, denken Sie jetzt, die wird Ihnen mal wieder den Kühlschrank leerfuttern, nur um nach jeder einzelnen Bratwurst erneut darauf hinzuweisen, daß sie nächste Woche mit einer neuen Diät starten wird. Schenken Sie einen Sack Karotten, dazu ein altes Diätbuch und als Motivation einen Minirock in Größe 36. Ihre Tante wird in diesem Jahr sicherlich einen großen Bogen um Ihren Kühlschrank machen, falls sie überhaupt noch zum Essen bleibt.

Warme Socken eignen sich immer noch vorzüglich als Weihnachtsgeschenk, und wenn nach einigen Jahren die ersten Beschwerden über Fantasielosigkeit eintrudeln, verzweifeln Sie nicht. Erweitern Sie das Kunstwerk einfach um einen Wollfaden und Sie haben einen hervorragenden Nasenwärmer erschaffen und damit womöglich den nächsten Modetrend aus der Taufe gehoben.






Bei den lieben Kleinen liegen personalisierte Bücher hoch im Trend, doch leider ist Ihnen diese Idee erst heute gekommen, und sicherlich wird wieder der nette Nachbarsjunge vorbeischauen, der Ihnen jedes Frühjahr die Tulpen ruiniert. Was also können Sie tun? Sicherlich findet sich irgendwo auf dem Speicher noch eins Ihrer alten Kinderbücher. Befestigen Sie die losen Seiten sorgfältig mit Tesafilm, dann tragen Sie an allen wichtigen Stellen dick Tippex auf und ersetzen Pippi Langstrumpf durch Kevin Würfelhuber. Der Kleine wird seine helle Freude daran haben. Und die kleinen grammatikalischen Unebenheiten, die durch das veränderte Geschlecht auftreten dürften, wird er angesichts seiner letzten Zeugnisnoten vermutlich gar nicht bemerken.

Und was ist mit der Dekoration? Tja, das ist ein ernstzunehmendes Problem, aber glücklicherweise kein unlösbares. Ein paar Tannenzweige aus Nachbars Garten lassen die Wohnung gleich gemütlicher erscheinen. Und als besonderes Highlight für Ihre Besucher holen Sie einfach den alten Vibrator hervor, den Ihre Freundin Ihnen zum Fünfzigsten geschenkt hat. Genau, dieses lange Ding unten im Schrank, mit dem Sie vergeblich versucht haben, sich das Zahnfleisch zu massieren. Mit ein bißchen rotem Filz und Kosmetikwatte verwandelt er sich im Nu in einen herrlich brummenden Weihnachtsmann, der Kinderherzen höher schlagen läßt.

Sie sehen, es gibt keinen Grund zur Panik. Und sollten die lieben Verwandten entsetzt auf Ihre Kreationen reagieren, umso besser. Dann werden Sie eben spätestens 2013 endlich mal wieder eine wirklich friedliche Weihnacht erleben. 

Ihnen allen frohe und gesegnete Feiertage.


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